Besuch lettischer Lehrerinnen an unserer Schule
Vergangene Woche waren drei Lehrerinnen aus der lettischen Stadt Madona zum Job-Shadowing an der TMS, um einen Eindruck vom Schulleben in Deutschland zu erhalten. Außerdem könnte in Zukunft ein Austausch mit dem dortigen Gymnasium zustande kommen. Der Kontakt zu ihnen entstand über die Schülerinnen Ida und Ela, deren Mutter in Madona zur Schule ging.
Gemeinsam mit Frau Piechotta führten Santo und ich am Freitag zum Abschluss ihres Besuchs ein Interview mit den Lehrerinnen:
Die folgenden Antworten wurden inhaltlich etwas gekürzt und zusammengefasst.
Was sind aus ihrer Sicht die größten Unterschiede zwischen dem deutschen und dem lettischen Schulsystem?
Es gibt wenig wirklich große Unterschiede. Auch die Schule in Madona ist ein Gymnasium, allerdings nur mit Schüler*innen der Klassen 7-12. In den Oberstufen gibt es Prüfungen auf grundlegendem oder erhöhtem Niveau. Es gibt genau wie hier viele Gruppenarbeiten und digitale Geräte, die verwendet werden. Die Sommerferien sind davon abhängig, wann Prüfungen geschrieben werden. Es kann selbst gewählt werden, welche Bereiche man auf erhöhtem Niveau lernt. Die Aufgaben der Prüfungen werden zentral gestellt, sind also überall in Lettland gleich. Auch das Korrigieren findet zentral statt, dafür fahren einige Lehrkräfte nach Riga. Ein Unterschied ist das Bewertungssystem, in Lettland gibt es Noten von 1 bis 10, wobei 10 die beste Note darstellt.

Wie viele Fremdsprachen werden unterrichtet und welchen Stellenwert hat Deutsch?
In letzter Zeit es immer beliebter, Deutsch zu lernen, Russisch beispielsweise verliert momentan an Bedeutung. An der Schule gibt es zudem Schwedisch, Französisch, Italienisch und Spanisch als Angebote.
Welche Arten von AGs, Wettbewerben oder Veranstaltungen gibt es?
Der Beginn des Schuljahres ist jedes Jahr sehr festlich gestaltet und an die Lehrkräfte werden dann Blumen verteilt. Lettische Volkstänze sind ebenfalls ein Teil des Schullebens und viele Schüler*innen nehmen daran teil. Außerdem singt fast ein Drittel der Schülerschaft im Schulchor. Auch moderne Tänze und eine Musikgruppe sind vertreten. An AGs gibt es beispielsweise eine Mathe-, Spanisch- und Drama-AG. Zudem ist Sport ein wichtiger Teil des Schulalltags und die Schüler können an Wettbewerben teilnehmen. Ein besonderer Fokus liegt auf Wintersport.

Gibt es eine feste Schuluniform?
Ja, gibt es. Von Montag bis Donnerstag ist diese Pflicht und am Freitag dürfen die Schüler sich kleiden, wie sie möchten. Das Design der Schuluniform konnten die Schüler selbst mitgestalten.
Was hat ihnen an der TMS besonders gut gefallen?
Die Lehrerinnen betonten, wie gut ihnen die Planung des Besuchs gefiel und dass sie hier herzlich empfangen wurden. Sie konnten einen Eindruck von vielen Unterrichtsstunden gewinnen, was sie sehr genossen haben. Ihnen gefiel die lockere Atmosphäre und wie selbständig die Schüler*innen arbeiten.
Was ist Ihnen an Ihrer Schule wichtig? Unsere Gäste betonten, dass die Gemeinschaft und die Anstrengungsbereitschaft wichtige Werte ihrer Schule darstellen. Das Lernen und die Zusammenarbeit sind die wichtigsten Aspekte, auch die Kooperation mit anderen Schulen. Zum Beispiel veranstaltet der Schülerrat Treffen mit anderen Schulen.

Das Interview führten Neele und Yanto von der Journalismus-AG
Das Job-Shadowing wurde vom Erasmus-Programm der Europäischen Union gefördert.

