Chicago 2026
Die Thomas-Mann-Schule ist seit Jahrzehnten eine sprachlich orientierte Schule und hat in dem Bereich somit große Stärken. Ergänzend dazu legt unsere Schule als Europaschule großen Wert auf internationale Beziehungen im Bereich Bildung und Gesellschaft und ist bemüht, ihren Schülerinnen und Schülern den Blick „über den Tellerrand“ in andere Länder und Kulturen zu ermöglichen. In diesem Kontext bieten wir den Schülerinnen und Schülern alle zwei Jahre ein 3-wöchiges Austauschprogramm mit der Downers Grove North High School in Chicago an.
So ging es auch in diesem Jahr vom 28. September bis zum 16. Oktober 2026 für 18 Schülerinnen und Schüler endlich los:
Nach einem langen, aber reibungslosen Flug über Wien kamen wir schließlich nach über 15 Stunden Reisezeit müde, aber gut gelaunt in Chicago an und wurden ausgesprochen herzlich von den Gastfamilien in Empfang genommen.
Die erste Woche stand dann ganz im Zeichen der Schule: Unsere Schülerinnen und Schüler konnten nun zunächst den Schulalltag an der Downers Grove North High School kennenlernen.

Schon nach den ersten Tagen fiel auf, wie effektiv der immersive Spracherwerb ist, so dass viele TMSler mühelos ihr fremdsprachliches Repertoire merklich erweitern konnten – häufig auch im Hinblick auf nicht ganz so formale Redewendungen…

Wie facettenreich die amerikanische High School ist, wurde schnell deutlich. So war nicht nur die bloße Größe von weit über 2000 Schülerinnen und Schüler beeindruckend, sondern auch das überaus vielfältige Unterrichtsangebot (z.B. Cooking, Consumer Education, Digital Art etc.). Auch die überragende Bedeutung des Schulsports und die unzähligen Sport-AGs im Nachmittagsbereich waren äußerst beeindruckend. Überwältigt von all den neuen Eindrücken an der Downers Grove North verging die erste Woche wie im Fluge.

Um aber nicht nur das Leben im Suburb kennenzulernen, sondern auch das Großstadtleben in einer der attraktivsten und interessantesten Städte Amerikas, ging es dann in der zweiten Woche mit dem Zug in die City of Chicago, wo wir in einem zentral gelegenen Youth Hostel untergebracht waren. Wie bereits in der ersten Woche wurden wir meist von herrlichem Spätsommerwetter auf unserem abwechslungsreichen Programm begleitet. So bot die Bootsfahrt über den Chicago River und entlang des Ufers auf dem Lake Michigan faszinierende Ansichten auf die Stadt und interessante Informationen zur Geschichte und Architektur.


Anschließend ging es hoch hinaus auf die Aussichtsplattform des Willis Towers, wo wir bei Sonnenuntergang und einsetzender Dunkelheit den spektakulären Blick über große Teile der „City at night“ genießen konnten. Neben dem Erkunden der städtischen Hochhausarchitektur von den Anfängen in den 1920er Jahren bis hin in die Gegenwart im Rahmen einer Führung durch die Chicago Architecture Foundationstellte auch der Besuch des weltberühmten Museum of Science and Industry ein besonders interessantes Highlight dar.

Das Erkunden der Stadt in kleineren Gruppen ermöglichte es den Schülerinnen und Schülern, die City of Chicago in ihren aufregenden Facetten näher kennenzulernen. Bei strahlendem Sonnenschein und angenehmen Temperaturen schnappten wir uns Leihräder und radelten den Radweg entlang des Lake Michigans und erkundeten dabei u.a. den Navy Pier und die zahlreichen Strandabschnitte entlang der Route. Die gemeinsamen Dinner und der Besuch des Musicals Operation Mince Meat bleiben vielen von uns als ausgelassene und fröhliche Stunden in Erinnerung.
Unzählige Begegnungen in der Schule, zu Hause in den Gastfamilien und bei gemeinsamen Ausflügen mit den Gasteltern und amerikanischen Freunden ermöglichten in diesen drei Wochen nicht nur eine intensive Erweiterung der eigenen Sprachkompetenzen, sondern auch sehr wertvolle Einblicke in die amerikanische Lebensweise und Mentalität, die nicht zuletzt durch ihre unvergleichbare Offenherzigkeit und Gastfreundschaft für viele unvergesslich bleiben wird.
So war es auch nicht verwunderlich, dass am Abschiedstag zahlreiche Tränen vergossen wurden, auf dem Weg zum Flughafen jedoch schon die Vorfreude auf ein baldiges Wiedersehen im Mai 2027 für ein Lächeln in den Gesichtern sorgte. Alle Teilnehmenden dieser Reise freuen sich schon jetzt, ihre neu gewonnenen amerikanischen Freunde in Lübeck und an der TMS willkommen heißen zu dürfen.

Zu guter Letzt sei an dieser Stelle ausdrücklich darauf hingewiesen, dass dieses Austauschprojekt in dieser Form nur durch die großzügige finanzielle Unterstützung unserer Sponsoren für alle Teilnehmer finanzierbar war. Unser großer Dank gilt hier folgenden Sponsoren:
Michael-Haukohl-Stiftung
Possehl-Stiftung
Text und Fotos: Martin Großmann